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UmweltSenioren Hannover e.V.

Umweltschutz soll verstanden werden!

 

Datum:     23.03.2005

Author:     Iskandarani

Zeitung:   HAZ            

Titel: Ein warmer Bruder bleibt immer kalt    

Untertitel: 

 Text:

Eine Besuchergruppe der "UmweltSenioren" erforscht das Innenleben des 1960 errichteten Heizkraftwerkes in Linden-Nord - und erfährt interessante Details über Funktionen und Geschichte der 3 Türme. </b>
Ein Schwall warmer, ölig riechender Luft weht den 20 Besuchern des Heizkraftwerks Linden entgegen, als Kraftwerksleiter Joachim Fricke die Stahltür zum Kesselhaus öffnet. "Durch die Turbinen, die hier stehen, herrscht ständig eine Lufttemperatur von bis zu 40 Grad", erklärt der 55-Jährige mit lauter Stimme. Die Maschinen im Kesselhaus strahlen nicht nur Wärme ab, sondern machen auch einen ohrenbetäubenden Lärm. Dann geleitet Fricke die Besucher der Führung, die die hannoverschen" Umweltsenioren " initiiert haben, eine Eisentreppe hinunter zum Herzstück des Kraftwerks, der so genannten GuD-Anlage. Hier wird eine Gasturbine mit einer Dampfturbine kombiniert, um besonders effizient Energie zu erzeugen.

Beide Turbinen treiben jeweils einen Stromgenerator an und produzieren auf diese Weise bis zu 110 Megawatt, was etwa zehn Prozent von Hannovers Strombedarf entspricht. Fricke zeigt auf ein haushohes Stahlrohr, "das von der Gasturbine durch eine Wand in den so genannten Block 3 reicht, den Turm mit dem dicksten Schornstein des Kraftwerks. Dort werden die etwa 575 Grad heißen Abgase durch einen Wärmetauscher geleitet, der das Wasser des städtischen Fernwärmenetzes auf etwa 100 Grad erhitzt. An das Fernwärmenetz sind etwa zwölf Prozent der Hannoveraner angeschlossen, außerdem nutzen viele Kaufhäuser und Bürogebäude das Netz.

Ein Schwall warmer, ölig riechender Luft weht den 20 Besuchern des Heizkraftwerks Linden entgegen, als Kraftwerksleiter Joachim Fricke die Stahltür zum Kesselhaus öffnet. "Durch die Turbinen, die hier stehen, herrscht ständig eine Lufttemperatur von bis zu 40 Grad", erklärt der 55-Jährige mit lauter Stimme. Die Maschinen im Kesselhaus strahlen nicht nur Wärme ab, sondern machen auch einen ohrenbetäubenden Lärm. Dann geleitet Fricke die Besucher der Führung, die die hannoverschen" Umweltsenioren H initiiert haben" eine Eisentreppe hinunter zum Herzstück des Kraftwerks, der so genannten GuD-Anlage. Hier wird eine Gasturbine mit einer Dampfturbine kombiniert, um besonders effizient Energie zu erzeugen.

Beide Turbinen treiben jeweils einen Stromgenerator an und produzieren auf diese Weise bis zu 110 Megawatt, was etwa zehn Prozent von Hannovers Strombedarf entspricht. Fricke zeigt auf ein haushohes Stahlrohr, das von der Gasturbine durch eine Wand in den so genannten Block 3 reicht, den Turm mit dem dicksten Schornstein des Kraftwerks. Dort werden die etwa 575 Grad heißen Abgase durch einen Wärmetauscher geleitet, der das Wasser des städtischen Fernwärmenetzes auf etwa 100 Grad erhitzt. An das Fernwärmenetz sind etwa zwölf Prozent der Han_ noveraner angeschlossen, außerdem nutzen viele Kaufhäuser und Bürogebäude das Netz.

Weil die Abgase mit der Kraft-Wärme" Kopplung gut ausgenutzt werden, erreicht das Lindener Kraftwerk einen Energienutzungsgrad von 85 Prozent. "Nur 15 Prozent der Energie verlieren wir an das Kühlwasser oder durch den Schornstein", erklärt Fricke, bevor er mit seinen Besuchern durch den Block 3 zur Leitwarte schreitet. Die Leitwarte ist das Schaltzentrum des Kraftwerks. Rund um die Uhr sitzen dort drei Arbeiter und überwachen den Betrieb an mehreren Monitoren und einem riesigen Schaltpult.

Während der Besichtigung erzählt Joachim Fricke spannende Details aus jener Zeit, . als das Kraftwerk noch mit Steinkohle und nicht mit Erdgas betrieben wurde. Bis zum Jahr 1990 wurde Kohle mit Eisenbahnwaggons vom Lindener Hafen zu einer Verladestation an der Fössestraße transportiert - die ungenutzten Gleise und die Station gibt es heute noch. Zudem existiert nach wie vor der Tunnel, in dem die Kohle. auf einem Förderband von der Fössestraße bis zum Kraftwerk glitt. "Die Gleise und der Tunnel bleiben erhalten", referiert Fricke. "Denn wenn die Erdgasvorkommen eines Tages erschöpft sind, können wir das Kraftwerk wieder auf  Kohle umstellen." Spannend ist für viele Besucher auch die Geschichte der drei stählernen Schornsteine. Denn die 60 Meter hohen Schlote wurden 1976 erst nachträglich auf die Kraftwerksblöcke gesetzt, damit die Bewohner des nebenan errichteten Ihmezentrums von Abgasen verschont bleiben.

Zum Abschluss des Rundgangs führt der Kraftwerksleiter seine Gäste in den Block 1, aus dessen Schornstein schon seit vielen Jahren kein Rauch mehr aufsteigt.·Der 65 Meter hohe Turm ist bis auf eine Eisentreppe, die an den kahlen Wänden emporführt, vollkommen leer. Der Block 1 werde nicht mehr benötigt, erklärt Fricke. "Wir lassen den Turm nur stehen, um das äußere Erscheinungsbild des Kraftwerkes zu erhalten. Denn die Anlage ist mittlerweile ein Wahrzeichen für den Stadtteil geworden." Im Volksmund haben die drei Türme sogar einen Spitznamen: Die "drei warmen Brüder".

Auch der 53-jährige Lindener Klaus Nietschmann, der an diesem Tag erstmals das Kraftwerk von innen besichtigt, kennt die Spitznamen: "Ich wohne seit mehr als 30 Jahren am Küchengarten und schaue täglich auf das Kraftwerk." Er sei schon immer neugierig gewesen, was sich im Inneren verberge. Auch die Südstädterin  Christiane Reinecke hat erstmals das Kraftwerk besucht. "Mich erstaunt dass man in den Hallen kaum Arbeiter sieht", sagt die 74-Jährige. Am meisten habe sie aber gewundert, dass die "drei warmen Brüder" gar nicht alle warm sind. Nur der "dicke Bruder" ist ständig in Betrieb, der mittlere Turm wird nur im Winter zugeschaltet, "wenn der Heizbedarf steigt. "Und der dritte warme Bruder bleibt immer kalt“, resümiert "Fachfrau" Reinecke.

Die "Umweltsenioren" organisieren regelmäßig Ausflüge, die mit dem Thema Umweltschutz zu tun haben. Das Ziel der nächsten Exkursion am Dienstag, 26. April, ist die Müllverbrennungsanlage in Lahe. Interessenten können sich für den Ausflug im Freiwilligenzentrum Hannover unter -Telefon 1 64 03 27 anmelden.