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UmweltSenioren Hannover e.V.

Umweltschutz soll verstanden werden!

 

    

Datum:     26.08.2004

Author:     ste

Zeitung:   HAZ            

Titel: 640 Hektar Liebenswürdigkeit 

Untertitel:  Neue Umweltgruppe des Freiwilligenzentrums erkundet die Eilenriede

 Text: 

 Veranstaltungen zu weiteren Themen geplant

Stolz sind sie natürlich auf ihre Eilenriede, die Hannoveraner. Aber ehrlich sind sie auch. Und darum räumt Gerd Garnatz', kommissarischer Leiter des Forstbetriebs, gleich zu Anfang seiner Führung durch Hannovers Hauswald mit einem Missverständnis auf:

Die ·Eilenriede sei nicht' etwa Europas größter Stadtwald, sondern lediglich europaweit der größte Wald direkt im Zentrum einer Stadt. Doch gerade das mache ja diese 640 Hektar so einmalig, so schön und so liebenswert, sagt Garnatz. Der Förster in Diensten der Stadt gerät richtig ins Schwärmen - und die Gruppe, die ihm gestern eineinhalb Stunden durch die Eilenriede nördlich des Zoos gefolgt ist, nickt zufrieden.

Da hat man sich doch einen guten Starttermin ausgedacht bei den "Umweltsenioren ", einer neu gegründeten Gruppe des Freiwilligenzentrums. Führungen und Vorträge zu den Themen Natur- und Umweltschutz wollen die Teilnehmer künftig einmal im Monat organisieren und auch alle anderen Interessierten dazu einladen. Angeschlossen hat sich auch die 89-jährige Luise Wapenhensch, die bereits 1925 zum ersten Mal im Stadtwald spazieren war. Doch selbst sie hört von Garnatz noch jede Menge Neues und Wissenswertes.

Der Forstexperte klärt über die Punkte und Ringe auf den Baumstämmen auf, die darüber informieren, welche Bäume geschlagen und zu Geld gemacht werden dürfen und welche nicht. Er versichert, dass es jede Menge Füchse in der Eilenriede gibt und lässt sich dabei auch von dem Zwischenruf "ich habe aber noch nie einen gesehen" nicht irritieren. "Die sind eben nachtaktiv", erklärt Garnatz prompt. Doch so kommen sich Füchse und Spaziergänger wenigstens nicht in die Quere. Denn im Stadtwald Eilenriede - und das ist das Kernthema für Garnatz - müssen generell unterschiedliche, oft gegenläufige Interessen in Einklang gebracht werden. "Holzproduktion, Erholung für die Bürger und Naturschutz sind stets aufs Neue aufeinander abzustimmen", sagt der Förster. So ist das eben im einmaligen! europaweit größten Wald im Zentrum einer Stadt.